Die englische Teekultur
Die britische Teekultur entstand in England bereits im 17. Jahrhundert, als man damit begann Tee aus China zu importieren. Anfänglich konnte sich das teure Getränk nur die Oberschicht leisten, inspiriert durch Queen Anne, welche das Tee Trinken populär machte. Um 1750 wurden die ersten Teegärten eröffnet, zu welchen - anders als zu den Kaffeehäusern - nun auch Frauen Zutritt hatten. Man trank den Tee im Freien, während ein Orchester spielte, was den sogenannten "Tanztee" hervor brachte. Nach der Steuersenkung 1783 konnten sich dann auch nicht zu Oberschicht gehörende Menschen den Tee leisten, auf welchen die berühmte East India Trading Company das Handelsmonopol hatte. England war im gesamten 18. Jahrhundert das Zentrum des Teehandels in Europa und begann im 19. Jahrhundert damit den Tee auch in seinen Kolonien anzubauen.
Der "Afternoon Tea":
Die Briten trinken ausschließlich starken, unaromatisierten Schwarzen Tee, meistens mit Milch. Der "Afternoon Tea" (Der Nachmittagstee) ist eine feste Größe in England, vielleicht vergleichbar mit "Kaffee und Kuchen" hier in Deutschland. Er gilt als eine feste Zwischenmahlzeit mit drei Gängen, welche alle mit den Fingern gegessen werden. Zuerst gibt es Sandwiches (Meist mit Gurke, Lachs oder Schinken), dann weiche Teebrötchen (Scones) mit ungesüßter Schlagsahne und Marmelade und zum Schluss ein paar feine Süßigkeiten wie Pralinen oder kandierte Früchte. Weniger betuchte Häuser nahmen früher den Nachmittagstee dagegen nur mit Butter und Brot ein. Der Begriff "Teatime" wird eigentlich nur außerhalb von Groß Britannien verwendet, weil er sich dann meist nicht an die übliche Zeit des Afternoon Tea von 16-17 Uhr hält.
Die Oberschicht von England hat kommenden Generationen bis heute eine feste Tee-Etikette weiter gegeben. Beispielsweise darf der Henkel der Teetasse nur mit Daumen und Zeigefinger gehalten werden und schlürfende Geräusche sind zu vermeiden. Die Teebrötchen dürfen nur gebrochen und niemals geschnitten werden und es darf nicht geraucht werden, um das Aroma des Tees nicht zu beeinträchtigen. Es gibt noch einen ganzen Katalog von Regeln wie diese, welchen heutzutage in England aber sicherlich kaum noch jemand komplett beachtet.