Die chinesische Teekultur ist die älteste Teekultur

Die Chinesische Teekultur ist mit 2000 Jahren die älteste Teekultur der Welt, denn es soll schon 221 v. Chr. in China eine Teesteuer gegeben haben. Die berühmte Teezeremonie der Japaner ist eine stark verfeinerte Form der chinesischen, welche übersetzt einfach "Teekunst" heißt. Die Chinesen tranken und trinken auch heute noch in der Hauptsache ungesüßten grünen Tee. Gästen wird in China zum Zeichen der Wertschätzung stets Tee angeboten. Es ist auch üblich, dass die Jungen den Alten Tee anbieten, um ihr Alter zu würdigen. Die Fähigkeit einen guten Tee zuzubereiten, war früher sogar ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl künftiger Schwiegertöchter. Bei vielen Bräuchen wie Hochzeit oder Verlobung spielt Tee immer noch eine wichtige Rolle als symbolische Gabe, weswegen z.B. die Verlobungsgeschenke der Han-Chinesen heute noch "Teegeschenke" genannt werden. Während der Tang Dynastie (618-907) wurde der Tee nur vom Adel und von Gelehrten getrunken. Zur selben Zeit begannen auch die buddhistischen Mönche in ihren Klöstern damit Tee zu trinken, um während ihrer häufig stundenlangen Meditationen wach bleiben zu können. Wenig später bauten die Mönche den Tee dann auch in den eigenen Klostermauern an. In der Tang Dynastie begannen die Chinesen auch damit den Tee aus China zu exportieren.

In der Song Dynastie begannen dann auch die Familien der Oberschichten mit dem Teetrinken und in der Yuan Dynastie breitete sich der Brauch in der gesamten Bevölkerung aus. Während der Ming Dynastie begründete dann der 17. Sohn des Ming-Kaisers Hongwu eine neue Schule der Teekunst. Da während der Kulturrevolution allerdings die meisten Teehäuser schließen mussten, ist die Zeremonie der Teekunst heute in China nur noch ansatzweise vorhanden.

Es werden heute von Experten gemeinhin 3 historische Schulen der Teekunst unterschieden, eingeteilt in die verschiedenen Dynastien: In der Tang Dynastie wurde pulverisierter Tee zusammen mit Wasser aufgekocht und mit ein wenig Salz verfeinert: Die Schule des "gesalzenen Pulvertees". In der Song Dynastie wurde dann das Teepulver mit heißem Wasser aufgegossen und mit einem kleinen Besen schaumig geschlagen: Die Schule der "schäumenden Jade". In der Ming Dynastie schließlich wurden ganze Teeblätter verwendet, was den Namen "Schule des duftenden Blattes" einbrachte.

Chinesische Teezeremonie:

Der Teemeister reinigt zunächst Kanne und Teeschalen und übergießt dann Teeblätter mit heißem Wasser. Dieser erste Aufguss soll dem Tee die erste Bitterkeit nehmen und wird nicht getrunken. Er wird in Schälchen abgegossen und dient nur dem Duft. Der zweite Aufguss wird dann schichtweise in die Schälchen verteilt, damit jeder dieselbe Aufgussqualität erhält, und dann getrunken. Es können bis zu 15 Aufgüsse gemacht werden, die alle ein bisschen anders schmecken, weil sie immer ein bisschen länger ziehen müssen. Manchmal wird der Tee auch vor den Trinkschalen zuerst in sogenannte Duftbecher gegossen, damit der Gast am leeren Duftbecher das Aroma erschnuppern kann.