Sogar Cpt. Picard trinkt Earl Grey

Als Earl-Grey-Tee wird eine bekannte Teemischung bezeichnet, die nach dem zweiten Earl Grey, Charles Grey, benannt wurde. Sie bestand ursprünglich ausschließlich aus chinesischen Teesorten und wurde mit dem leicht bitteren Öl der Bergamotte aromatisiert.

Als Premierminister hob Charles Grey 1833 das Handelsmonopol der East India Company im Teehandel mit China auf. Eine Teelieferung aus China sei der Legende nach in einen Sturm geraten, so dass sich das ebenfalls im Schiff befindliche Bergamotte-Öl auf den Tee ergoss. Der Earl soll dann beschlossen haben, den Tee erst zu verkosten, um dann zu entscheiden, ob die Lieferung vernichtet werden soll. Da der aromatisierte Tee bei Freunden des Earls aber Anklang fand, wurde der Earl Grey Tee in den Handel gebracht.

Die Aromatisierung könnte allerdings auch von den Chinesen selbst durchgeführt worden sein. Ähnlich wie Raucharoma verhindert der bittere Duft des Öls, dass sich Moder- und Fischgestank an den Tee anheften konnte. Dies sollte den wertvollen Tee auf der langen Überfahrt schützen.

Der moderne Earl Grey wird jedoch nicht mehr ausschließlich aus chinesischen Teesorten gemischt. Vielmehr ist der indische Darjeeling heute wichtiger Bestandteil von Earl-Grey-Mischungen. Das typische Bergamotte-Öl wird vor allem bei billigen Tees heute durch naturidentisches Aroma ersetzt, nur selten ist noch natürliches Öl zu finden. Der Name Earl-Grey-Tee weist demnach vorwiegend auf ein zitrusartiges Aroma hin, nicht mehr auf die typische Bergamotte-Note. Als Lady Grey sind Teemischungen im Umlauf, die mit Orangen- oder Zitrusschalen versetzt wurden. Auch Grüntee und Rooibos-Tee mit Earl Grey sind heute erhältlich.