Die Teekunst des Orients: Türkischer Tee
In der Türkei wird zu jeder Gelegenheit schwarzer Tee getrunken. Dieses Nationalgetränk trinkt man in jeder Jahreszeit und reicht Tee als gastfreundliche Geste seinen Besuchern. Ähnlich wie in China hat sich daher in der Türkei eine eigene Teezeremonie entwickelt, in der der Tee zubereitet und ausgeschenkt wird.
Angebaut wird der türkische Tee in der nordöstlichen Provinz Rize am Schwarzen Meer, weswegen der Tee auch als Rize-Tee bekannt ist. Seit den 1930er Jahren gehört Schwarzer Tee in der Türkei zum kulturellen Leben.
Zubereitet wird der Türkische Tee ähnlich wie in Russland nach dem Samowar-Prinzip, im Semaver. Er besteht aus zwei Kannen, die gut aufeinander passen. Die mit Wasser gefüllte untere Kanne wird erhitzt, bis das Wasser sprudelnd kocht. Währenddessen wird in der oberen Kanne der Tee kurz mit kaltem oder lauwarmen Wasser gespült. Sobald das Wasser kocht, wird die obere Kanne aufgefüllt und das fehlende Wasser in der unteren Kanne nachgefüllt. Beide Kannen werden wieder aufeinander gestellt und weiter erhitzt. Der Tee muss nun solange ziehen, bis sich die oben schwimmenden Teeblätter absetzen, während die unten schwimmenden Blätter aufsteigen. Dieser Ziehpunkt ist ideal, um das volle Aroma des türkischen Tees zu erhalten.
Getrunken wird der auf diese Weise zubereitete Tee aber nicht pur, sondern verdünnt mit dem heißen Wasser aus der unteren Kanne. Je nach persönlichem Geschmack füllt man in ein Teeglas ein Drittel bis ein Viertel Tee und füllt dann mit dem heißen Wasser auf. Das Getränk wird dann nach Belieben gezuckert und in kleinen Schlucken getrunken. Oft wird dazu Gebäck, Kuchen oder gefüllter Blätterteig gereicht.